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SPORTÄRZTEBUND NORDRHEIN
Mitglied der DGSP seit 1948
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Hitze und Bewegung

Allgemeine Maßnahmen bei Hitze?

Kleinkinder, alte Leute, Menschen mit Kreislaufproblemen, bei denen die Blutdruckregulation bei körperliche Anstrengung nicht entsprechend klappt, sollten sich bei Hitze schonen und auch nicht der prallen Sonne aussetzen. Alkoholiker sind ebenfalls gefährdet, weil sich bei vermehrtem Alkoholgenuss die Blutgefäße weiter stellen und nicht mehr bedarfsgerecht verengen können. Die Kreislaufregulation ist so gestört. Zusätzlich werden auch die zentralen Gehirnzentren gehemmt, die den Blutdruck und das Gleichgewichtsgefühl beeinflussen.

Wie reagiert unser Körper auf Hitze?

Der Körper versucht über das Schwitzen, den Wärmehaushalt zu regulieren und über die Haut die überschüssige Wärme "abzudampfen". Ist dies nicht in ausreichender Weise möglich, so ist eine Wärmestauung im Körper die Folge. Besonders bei feucht- warmer Witterung oder erhöhter Luftfeuchtigkeit kann diese Wärmeregulierung schwierig werden und zu Problemen führen.

Zu enge, zu warme und zu wenig luftdurchlässige Kleidung verschlimmern diese Wärmestauung. Auch eine fehlende Luftzirkulation in der Umgebung hat eine ähnliche Wirkung. Ventilatoren können in Räumen hilfreich sein. In Zelten, Autos (!) und den modern gewordenen Fahrradanhängern mit Plastikhaube für Kleinkinder ist der Luft- und Hitzestau fatal, wenn nicht für kühle Frischluftzufuhr oder zumindest etwas Luftbewegung gesorgt wird.

Kreislaufprobleme, Konzentrationsstörungen, Leistungsminderung, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen - das sind Symptome des sog. "Hochsommersyndroms" und treten auf, wenn man nicht genügend trinkt und durch starkes Schwitzen mehr Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert als man durch Trinkmenge und Nahrungsaufnahme wieder ersetzt. Auch die Flüssigkeitsmenge, die mit jedem Atemzug "abgeatmet" wird, ist hier nicht zu unterschätzen.

Tipps zur Bewältigung der Hitze

  1. Setzen Sie sich möglichst wenig der direkten Sonnenbestrahlung aus. Sorgen Sie für Schattenplätze und suchen Sie nach Möglichkeit auch am Arbeitsplatz einen Sonnenschutz.
  1. Vorsicht ist auch bei den Freizeitaktivitäten geboten: Der Liegeplatz im Schwimmbad, die Gartenarbeit in der prallen Sonne, die Fahrradtour über unbewaldete Straßen, das Tennisspiel in der Mittagspause oder der Besuch auf dem neuen Spielplatz , auf dem der Schatten gebende Baumschutz noch fehlt, können genauso gefährlich und folgenschwer sein. Eine Picknick - Tour in den kühlen Wald kann oft sinnvoller und erholsamer sein und die Hitze erträglicher machen.
  1. Ältere und kreislauflabile Menschen sollten sich in abgedunkelten, kühlen Räumen aufhalten, die Beine hoch legen, eventuell kühle Fußbäder machen oder die Beine in kreisenden Bewegungen von unten nach oben und vom Innenknöchel zum Außenknöchel kühl abduschen. Bei kühlenden Armbädern ebenfalls von unten nach oben das Wasser über die Arme gießen. Feuchte Lappen auf Stirn oder Kopf haben ebenfalls deutlich kühlende Wirkung.
  1. Kinder besonders Säugling und Kleinkinder, können ihren Wärmehaushalt schlechter regulieren als Erwachsene; deshalb ist bei ihnen besonders darauf zu achten, dass sie nicht der großen Hitze ausgesetzt werden, genügend trinken und entsprechend luftig gekleidet sind.
  1. Tragen sie luftige und genügend weite Kleidung mit möglichst geringem Kunstfaseranteil. Ein heller Stoff fördert die Wärmeabstrahlung und die Schweißverdunstung. Menschen, deren Venensystem geschwächt ist, sollten gerade an heißen Tagen ihre Strümpfe tragen, damit das Blut nicht "in den Beinen versackt" und dies zu zusätzlichen Kreislaufproblemen führt.
  1. Trinken Sie viel, damit der Körper genug Flüssigkeit zum Schwitzen hat. Mineralwasser, kühler Tee, wenig gesüßte Obstsäfte, eventuell zur Schorle verdünnt, bieten sich hier beispielsweise an. Alkohol ist weniger geeignet, weil er, wie bereits erwähnt, u.a. die Kreislaufregulation bei Hitze erschwert. Die tägliche Trinkmenge sollte normalerweise schon mindestens 2 Liter Flüssigkeit betragen, wenn nicht gesundheitliche Gründe (etwa eine Herz- oder Nierenkrankheit) dagegen sprechen. Bei Hitze und körperlicher Anstrengung muss die Tagesmenge wenigstens um 1 Liter erhöht werden und kann im Extremfall zu einem Tagesbedarf von 9-15 Litern führen. Trinkt man mehr als 4 Liter pro Tag, so muss man auch die Kochsalzaufnahme erhöhen. Dies kann entweder durch stärker gesalzene Speisen wie Salzheringe, scharfe Wurst oder gesalzene Suppe erfolgen, oder indem man dem Getränk einfach etwas Kochsalz zugibt. Richtwert: ½ Teelöffel Kochsalz pro Liter Wasser. Das heißt z.B. pro Glas Limonade oder Tee eine Prise Salz zugeben. Dies schmeckt man nicht, ist aber für das Wohlbefinden ganz wichtig. Mineralwasser reicht bei dieser Flüssigkeitsmenge nicht aus, um den Elektrolythaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten; Kreislaufstörungen, Schwindel und sogar Herzrhythmusstörungen könnten die Folge sein. Die Vorstellung von vielen Menschen, am besten weniger zu trinken, um nicht so viel schwitzen zu müssen, ist falsch, weil dem Körper so die Möglichkeit der Wärmeregulierung genommen wird. So können schwere Störungen ausgelöst werden.
  1. Bevorzugen Sie beim Essen leichte, gut verdauliche Kost mit wenig Eiweiß und vor allem wenig Fett, also auch wenig Fleisch. Milchspeisen, Kaltschalen, Obst und Salate bieten sich an. Die Kalorienzufuhr sollte der körperlichen Aktivität angepasst sein und gerade an heißen Tagen nicht übertrieben werden.
  1. Versuchen Sie nach Möglichkeit, anstrengende körperliche Tätigkeiten in Grenzen zu halten oder auf andere Tageszeiten mit niedrigeren Außentemperaturen zu verlegen. Am Arbeitsplatz ist vielleicht ein früherer Arbeitsbeginn möglich, oder es kann (insbesondere bei Tätigkeiten im Freien) ein geteilter Dienst vereinbart werden, bei dem ein Teil der Arbeiten in die kühleren Abendstunden verlegt wird. Freizeitaktivitäten sollte kritisch auf ihren Nutzen und die möglichen schädigenden Wirkungen hin überprüft werden. Gegen Sport ist bei Hitze zwar nicht grundsätzlich etwas einzuwenden. Er ist aber nur bei gut trainierten Personen, die regelmäßig aktiv sind und auch unter der Hitze nicht besonders leiden, zu empfehlen. Ansonsten sollte man lieber die frühen Morgenstunden oder den späteren Abend wählen. Die Mittagszeit, wenn auch die Sonne die größte Intensität hat, sollte man in keinem Falle für sein Sportvergnügen wählen. Die gelegentliche Radtour beispielsweise ließe sich auch besser auf einen etwas kühleren Tag verschieben, damit sie auch wirklich erholsam und nicht zur Strapaze für den Körper wird.
  1. Planen Sie bei längeren Autofahrten Pausen ein und suchen Sie zwischenzeitlich schattige Rastplätze auf, um sich zu erfrischen, abzukühlen und zu vertreten. Besonders die Kinder werden es Ihnen danken und sie mit besserer Laune und weniger Gequengel belohnen. Vielleicht lässt sich die Fahrt ja sogar tageszeitlich verschieben oder bei unüberwindlichen Staus am nächsten Tag fortsetzen?! Ist auch beim Berufsverkehr mit Staus zu rechnen, so lohnt sich sicherlich eine antizyklische Fahrzeit mit früherer Abfahrt oder einer späteren, aber dafür entspannteren Rückfahrt.

VORSICHT bei Medikamenteneinnahme:

Bei Witterungsschwankungen und dadurch ausgelösten Irritationen des Kreislaufsystems könnten die Medikamente in ihrer Wirkung verstärkt werden, so dass eine zu starke Absenkung des Blutdrucks erfolgen kann. Bestehen Symptome wie Schwindel, Benommenheit etc., müssen Sie Ihren Arzt konsultieren!

Ältere und unter Arteriosklerose leidende Menschen haben aufgrund ihres geschwächten Herz- Kreislaufsystems verstärkt Blutdruckproblem. Für Menschen mit Herzerkrankungen gilt dies dann natürlich in besonderem Maße.

 


 

 

 

Unser Leitbild

 

Tradition verpflichtet – ein kurzer geschichtlicher Überblick.

Deutschland gilt als das Gründerland der organisierten Sportmedizin und blickt auf eine mehr als 100jährige Tradition zurück. 1912 wurde in Oberhof / Thüringen die erste sportärztliche Vereinigung der Neuzeit gegründet. Weitere Meilensteine dieser Entwicklung sind die Herausgabe der ersten sportmedizinischen Zeitung der Welt (1924) und die Mitbegründung des Weltverbandes für Sportmedizin im Jahre 1928 FIMS sowie die Definition für Sportmedizin aus dem Jahr 1977.

Der Sportärztebund Nordrhein (SÄB NR) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein und besteht seit 1948. Er ist der größte Landesverband des im Jahre 1950 gegründeten Deutschen Sportärztebundes, der heutigen Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Die DGSP ist ihrerseits eine der größten Organisationen für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland und hat aktuell rund 8000 Mitglieder.

Entsprechend des Leitbildes der DGSP  sind wir DIE medizinische Gesellschaft für die Themen Gesundheit bei und durch körperliche Aktivität, Bewegung und Sport.

Bewegung ist Leben

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die positiven Aspekte von körperlicher Aktivität und die Reduktion von Inaktivität. Unser Ziel ist es daher, Bewegung und Sport als integralen Bestandteil der Gesundheitsförderung in Prävention, Rehabilitation und Therapie in der Gesellschaft und in den ergebenden Lebensräumen zu etablieren.

Der Mensch im Zentrum

In unserem sportmedizinischen Handeln orientieren wir uns an den Voraussetzungen, Bedürfnissen und Möglichkeit jedes Einzelnen. Wir unterstützen die Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit in und durch Bewegung und Sport. Wir wenden uns dabei an Menschen jeden Alters, unabhängig von Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit. Wir sind den ethischen Normen der Medizin und des Sports verpflichtet. Doping ist verboten; es ist gesundheitsgefährdend. Wir lehnen jede Leistungsmanipulation ab und setzen uns für einen dopingfreien Sport ein.

Neben dem Leitbild orientieren wir unser sportärztliches Handeln am Ethikcode der FIMS.

Eine Besonderheit des SÄB NR ist sein besonders weites Angebot im Bereich der Fort- und Weiterbildung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin für Ärztinnen und Ärzte. Bereits 2007 wurde die erste Akademie für sportmedizinische Weiter– und Fortbildung gegründet. Sämtliche Kurse zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin können über den SÄB NR absolviert werden. 

Die Weiter- und Fortbildung ist in erster Linie für Ärztinnen und Ärzte gedacht.

Sportärztebund Nordrhein e.V.

Deutsche Sporthochschule Köln
Am Sportpark Müngersdorf 6
D - 50933 Köln
Telefon: 0221 - 49 37 85
Fax: 0221 - 49 32 07
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