saeb logo tmp
corner left-topcorner right-top
SPORTÄRZTEBUND NORDRHEIN
Mitglied der DGSP seit 1948
corner left-bottomcorner right-bottom

Zeitverzögerte Herzprobleme? Sport nach Corona – wie lange Pause und was beachten

Rheinische Post
13.04.2022

von Tanja Walter - Düsseldorf

https://rp-online.de/panorama/coronavirus/sport-nach-corona-erkrankung-wie-lange-sollte-man-pause-machen_aid-67989409?utm_source=mail&utm_medium=referral&utm_campaign=share?utm_source=mail&utm_medium=referral&utm_campaign=share


Geringe Belastbarkeit oder Herzstolpern beim Sport können besonders nach einer Covid-19-Infektion auf Herzprobleme hindeuten.

Der Corona-Test ist negativ und die Infektion Vergangenheit. Doch mit körperlicher Belastung sollte man dennoch vorsichtig sein. Denn auch bei milden Verläufen können sich noch Wochen später Herzprobleme bemerkbar machen. Auf welche Warnsignale man achten sollte.

Omikron gilt als weniger gefährlich, die Mehrzahl der Verläufe sind mild, die Infektion bleibt manchmal sogar symptomlos. Selbst Ungeimpfte haben ein um bis zu 25 Prozent geringeres Risiko mit dieser Corona-Variante im Krankenhaus zu landen als zuvor mit der Delta-Variante. Zweimal Geimpfte tragen ein um 34 Prozent geringeres Risiko und Geboosterte kommen zu 63 Prozent besser davon, wie eine Untersuchung aus England zeigt. Außerdem genesen Infizierte durchschnittlich schneller. – Besonders Dreifachgeimpfte: Sie sind drei Tage flotter wieder auf den Beinen, belegt eine aktuelle Auswertung der britischen „Covid Symptom Study“.

Dennoch warnen Mediziner verschiedener Fachrichtungen davor, die Situation zu unterschätzen und sich zu früh und vermeintlich genesen wieder in volle körperliche Belastung zu stürzen – vor allem beim Sport. Denn in den kardiologischen Praxen mehren sich Fälle von Herzproblemen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf stellten fest, dass selbst zehn Monate nach einer milden Infektion Veränderungen an Herz, Lunge und Niere auftreten können.

„Es kommen immer mehr Sportler zu uns, die sagen: Ich hatte Corona und komme seitdem nicht mehr auf die Beine“, sagt Sportmediziner und Kardiologe Martin Halle von der TU München. Dort ist die größte Ambulanz für Prävention und Sportmedizin in Deutschland beheimatet. Das Problem vieler Sportler, die sich dort melden: die alte Kondition und Ausdauer kehren nicht zurück. Unter Belastung klagen die Sportler über schnelle Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Luftnot, Herzstolpern, Herzrasen. Die Deutsche Herzgesellschaft rät auf Grundlage neuer Empfehlungen der Amerikanischen Kardiologenvereinigung (ACC) nach einer Corona-Infektion mögliche Herzprobleme durch eine abgestufte Diagnostik auszuschließen.

Nicht zwangsläufig müssen solchen Beschwerden symptomatische Corona-Verläufe vorausgehen. Auch ohne Symptome kann eine Covid-19-Infektion laut der Deutschen Herzstiftung zu Veränderungen am Herzen führen. Sportmediziner wie Michael Fritz, stellvertretender Vorsitzender des Sportärztebundes Nordrhein, warnen darum vor zu wenig Geduld beim Auskurieren der vermeintlich harmlosen Infektion. Bei intensiven sportlichen Belastungen können diese schwerwiegende Folgen haben. Ein zu früher Wiedereinstieg ins Training könne mit einem höheren Risiko für Herzmuskelentzündungen, auch Myokarditis genannt, oder  Herzrhythmusstörungen verbunden sein, sagt auch Halle.

Das Problem: Die Corona-Erkrankung verläuft laut dem Sportkardiologen in zwei Phasen. In der ersten Phase zeigt der Corona-Test ein positives Ergebnis an. Nach rund einer Woche komme es dann aber durch das eigene Immunsystem zu einer zweiten Reaktion. Der Test ist dann zwar möglicherweise längst wieder negativ, doch zeigt sich die durch Corona ausgelöste Entzündungsreaktion an manchen Organen erst verzögert. Aus diesem Grund raten die Kardiologen zu Geduld. Auch bei asymptomatischem und mildem Verlauf rät Fritz zwei Wochen mit dem Sport zu pausieren.

Das Tückische nämlich: Eine Lungenentzündung spürt man. „Das Herz aber spürt man nicht“, erklärt Halle in einem Interview mit dem Sender NDR. Wer wieder ins Training einsteigt und Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder das Gefühl einer schweren Muskulatur bemerkt, sollte mit seinem Arzt darüber sprechen. Fritz rät ambitionierten Freizeitsportlern bei solchen Problemen, wie auch zu hohem Puls oder Luftknappheit zu einer ärztlichen Untersuchung mit EKG und einer Blutabnahme beim Hausarzt oder Sportmediziner. Zeigen sich dabei Auffälligkeiten, sei eine weitere Abklärung beim Kardiologen sinnvoll.

„Fangen Sie bei Null an und tasten Sie sich an den Ausdauersport heran“, rät Fritz. Dabei können laut der Experten der TU München Beweglichkeits-, Koordinations- und leichte Stabilisationsübungen sowie Krafttraining den Auftakt bilden. Wenn das beschwerdefrei möglich ist, kann das Grundlagenausdauertraining beispielsweise durch vorsichtige 15- bis 30-minütige Laufeinheiten bei leichtem Anstrengungs- und Luftnotempfinden zwei bis dreimal in der Woche aufgenommen werden. Bei all dem heißt es Geduld: „Es kann Monate dauern, bis man die alte Fitness wiedererlangt“, sagt Fritz.

 

 

 


 

Unser Leitbild

 

Tradition verpflichtet – ein kurzer geschichtlicher Überblick.

Deutschland gilt als das Gründerland der organisierten Sportmedizin und blickt auf eine mehr als 100jährige Tradition zurück. 1912 wurde in Oberhof / Thüringen die erste sportärztliche Vereinigung der Neuzeit gegründet. Weitere Meilensteine dieser Entwicklung sind die Herausgabe der ersten sportmedizinischen Zeitung der Welt (1924) und die Mitbegründung des Weltverbandes für Sportmedizin im Jahre 1928 FIMS sowie die Definition für Sportmedizin aus dem Jahr 1977.

Der Sportärztebund Nordrhein (SÄB NR) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein und besteht seit 1948. Er ist der größte Landesverband des im Jahre 1950 gegründeten Deutschen Sportärztebundes, der heutigen Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Die DGSP ist ihrerseits eine der größten Organisationen für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland und hat aktuell rund 8000 Mitglieder.

Entsprechend des Leitbildes der DGSP  sind wir DIE medizinische Gesellschaft für die Themen Gesundheit bei und durch körperliche Aktivität, Bewegung und Sport.

Bewegung ist Leben

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die positiven Aspekte von körperlicher Aktivität und die Reduktion von Inaktivität. Unser Ziel ist es daher, Bewegung und Sport als integralen Bestandteil der Gesundheitsförderung in Prävention, Rehabilitation und Therapie in der Gesellschaft und in den ergebenden Lebensräumen zu etablieren.

Der Mensch im Zentrum

In unserem sportmedizinischen Handeln orientieren wir uns an den Voraussetzungen, Bedürfnissen und Möglichkeit jedes Einzelnen. Wir unterstützen die Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit in und durch Bewegung und Sport. Wir wenden uns dabei an Menschen jeden Alters, unabhängig von Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit. Wir sind den ethischen Normen der Medizin und des Sports verpflichtet. Doping ist verboten; es ist gesundheitsgefährdend. Wir lehnen jede Leistungsmanipulation ab und setzen uns für einen dopingfreien Sport ein.

Neben dem Leitbild orientieren wir unser sportärztliches Handeln am Ethikcode der FIMS.

Eine Besonderheit des SÄB NR ist sein besonders weites Angebot im Bereich der Fort- und Weiterbildung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin für Ärztinnen und Ärzte. Bereits 2007 wurde die erste Akademie für sportmedizinische Weiter– und Fortbildung gegründet. Sämtliche Kurse zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin können über den SÄB NR absolviert werden. 

Die Weiter- und Fortbildung ist in erster Linie für Ärztinnen und Ärzte gedacht.

Sportärztebund Nordrhein e.V.

Deutsche Sporthochschule Köln
Am Sportpark Müngersdorf 6
D - 50933 Köln
Telefon: 0221 - 49 37 85
Fax: 0221 - 49 32 07
Mail: info@sportaerztebund.de