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SPORTÄRZTEBUND NORDRHEIN
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Warum ich mit Musik besser laufe — und wieso das nicht für alle gilt

Rheinische Post
STADT VIERSEN

VON MARTIN RÖSE

https://rp-online.de/nrw/staedte/viersen/laufen-in-viersen/tipps-vom-mediziner-musik-kann-laeufer-leistungsfaehiger-machen_aid-67910779?msclkid=9141c87dba2d11ec9f99a4fa616b25e4

 


Warum ich mit Musik besser laufe — und wieso das nicht für alle gilt

Musik kann Läufer leistungsfähiger machen, erklärt Sportmediziner Michael Fritz. Gelobt seien die Neurotransmitter! Welche Songs geeignet sind und wem Musik gar nicht hilft.

Es gibt da diese sagenhafte Szene in „Rocky“, in der sich Sylvester Stallone erst ein paar rohe Eier in ein Glas haut, dann den ganzen Glibber in seinen Hals kippt und anschließend zu einem frühmorgendlichen Lauf durch die Ecken Philadelphias aufbricht, die es niemals in eine Tourismusbroschüre der Stadt schaffen werden. Dazu läuft „Gonna fly now“, komponiert von Bill Conti. Erhebende Fanfaren zu Beginn, ein Beat, der anpeitscht. Der Chor singt: „It‘s so hard now“, später „Getting strong now“, noch später „Gonna fly now.“ Mal ehrlich: Ohne die Musik wäre „Rocky“ nur halb so gut.

So geht‘s mir auch. Wenn ich laufe, dann läuft das besser mit Musik. Bis der Arzt kommt. Und da ist er auch schon: Michael Fritz, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Viersen, Spezialgebiet Sport, als „Top Mediziner“ des Magazins „Focus“ ausgezeichnet, betreute lange Zeit die Aktion „Fit in den Frühling“ unserer Redaktion. Warum läuft das mit Musik besser? „Weil Sie ein 08/15-Läufer sind“, sagt Fritz. Na schönen Dank, Herr Doktor! Tolle Diagnose.

Wobei die stimmt. Es kommt ja selten genug, dass ich die Laufschuhe anziehe. Und mich dann eigentlich nur auspowern will. Bis ich fliege. „Musik kann beflügeln und motivieren“, erklärt Fritz. „Gerade, wenn man alleine läuft, kann das eine große Hilfe sein.“ Die meisten Läufer hätten eine Schrittfrequenz von 180 (bei mir hege ich da gewisse Zweifel), deshalb fürs Laufen seien Songs gut geeignet, deren beats per minute durch 30 teilbar sind. Sonst? „Sonst wird der Lauf unruhig und der Schritt schleppend.“

Warum hilft mir die Musik? „Da werden Adrenalin und Dopamin ausgeschüttet, ein ganzer biochemischer Cocktail an Neurotransmittern“, erklärt der Arzt. Und wenn das in meinem Blut zirkuliert, weite das meinen Flow-Kanal. Meinen, bitte, was?

„Unten im Flow-Kanal ist das, was man gut kann. Oben wird der Kanal begrenzt durch die Leistungsdecke.“ Also das, was man nicht gut kann. Der Bereich, wo‘s weh tut. Wo man beim Laufen Luftnot spürt, die Anstrengung merkt. Weitet sich der Flow-Kanal, wird man tatsächlich leistungsfähiger. Weil man durch die Musik alles andere ausblenden, sich fokussieren kann. „Man bekommt gute Laune, der Rhythmus trägt einen, man kann entspannter laufen und sich mehr erholen“, sagt Fritz. Genial!

Und warum funktioniert das nicht bei allen? „Bei Leistungssportlern funktioniert das nicht, weil sie für den Wettkampferfolg trainieren und kein Lied dieser Welt auf den Bewegungsablauf bei einem 800-Meter-Lauf passt“, sagt Fritz. Kein Wunder, dass Rocky am Ende eben doch gegen Apollo Creed verlor — wegen Contis Filmmusik! Und es gebe noch eine zweite Gruppe, bei der Musik beim Laufen kontraproduktiv sei, sagt Fritz: „Hochmusikalische Menschen.“ Weil Läufer eben doch nie ganz genau den Takt träfen.

Aber auch Laufen ohne Musik habe Vorteile, betont der Sportmediziner. „Laufen hat einen großen therapeutischen Wert, kann gegen Depressionen und Niedergeschlagenheit helfen.“ Gerade, wenn man durchs Grüne laufe. Das funktioniere aber nur, wenn man sich eben gerade nicht abschotte. Fritz: „Denn dann ist man nicht mehr im Einklang mit seiner Umgebung. Wer Musik hört, hört die Vögel nicht mehr zwitschern.“

 

 

 


 

Unser Leitbild

 

Tradition verpflichtet – ein kurzer geschichtlicher Überblick.

Deutschland gilt als das Gründerland der organisierten Sportmedizin und blickt auf eine mehr als 100jährige Tradition zurück. 1912 wurde in Oberhof / Thüringen die erste sportärztliche Vereinigung der Neuzeit gegründet. Weitere Meilensteine dieser Entwicklung sind die Herausgabe der ersten sportmedizinischen Zeitung der Welt (1924) und die Mitbegründung des Weltverbandes für Sportmedizin im Jahre 1928 FIMS sowie die Definition für Sportmedizin aus dem Jahr 1977.

Der Sportärztebund Nordrhein (SÄB NR) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein und besteht seit 1948. Er ist der größte Landesverband des im Jahre 1950 gegründeten Deutschen Sportärztebundes, der heutigen Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Die DGSP ist ihrerseits eine der größten Organisationen für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland und hat aktuell rund 8000 Mitglieder.

Entsprechend des Leitbildes der DGSP  sind wir DIE medizinische Gesellschaft für die Themen Gesundheit bei und durch körperliche Aktivität, Bewegung und Sport.

Bewegung ist Leben

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die positiven Aspekte von körperlicher Aktivität und die Reduktion von Inaktivität. Unser Ziel ist es daher, Bewegung und Sport als integralen Bestandteil der Gesundheitsförderung in Prävention, Rehabilitation und Therapie in der Gesellschaft und in den ergebenden Lebensräumen zu etablieren.

Der Mensch im Zentrum

In unserem sportmedizinischen Handeln orientieren wir uns an den Voraussetzungen, Bedürfnissen und Möglichkeit jedes Einzelnen. Wir unterstützen die Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit in und durch Bewegung und Sport. Wir wenden uns dabei an Menschen jeden Alters, unabhängig von Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit. Wir sind den ethischen Normen der Medizin und des Sports verpflichtet. Doping ist verboten; es ist gesundheitsgefährdend. Wir lehnen jede Leistungsmanipulation ab und setzen uns für einen dopingfreien Sport ein.

Neben dem Leitbild orientieren wir unser sportärztliches Handeln am Ethikcode der FIMS.

Eine Besonderheit des SÄB NR ist sein besonders weites Angebot im Bereich der Fort- und Weiterbildung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin für Ärztinnen und Ärzte. Bereits 2007 wurde die erste Akademie für sportmedizinische Weiter– und Fortbildung gegründet. Sämtliche Kurse zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmedizin können über den SÄB NR absolviert werden. 

Die Weiter- und Fortbildung ist in erster Linie für Ärztinnen und Ärzte gedacht.

Sportärztebund Nordrhein e.V.

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